© KULSUM - stock.adobe.com

Weltgesundheitstag am 7.April 2026

Geregelte Herzvorsorge in Österreich: Umsetzung des „EU safe hearts plan“

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit 40% aller Todesfälle die häufigste Todesursache in Österreich. Der „EU safe hearts plan“ der Europäischen Kommission formuliert ehrgeizige Ziele: Bis 2035 sollen vorzeitige Sterbefälle um 25% sinken.

Fahrplan: altersgestaffelte Vorsorge

Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) hat unter Beteiligung europäischer Fachgesellschaften einen detaillierten Fahrplan vorgelegt, wie strukturierte Herz-Kreislauf-Gesundheitschecks in der Praxis aussehen sollten:

  • Unter 35 Jahren: Mindestens ein Gesundheitscheck mit Erhebung von Lebensstil, Blutdruck, Blutzucker, Nierenfunktion, Body-Mass-Index (BMI) und psychischer Gesundheit.

  • 35 bis 65 Jahre: systematische Checks mindestens alle 5 Jahre mit Lebensstilanalyse, Blutdruck, vollständigem Lipidprofil, einmaligem Lipoprotein(a), Blutzucker und HbA1c, Nierenwerten, BMI und Taillenumfang.

  • Über 65 Jahre: vollumfängliche Checks alle 3 bis 5 Jahre, ergänzt um Pulstastung und das Abhören von Herz und Lunge sowie bei Bedarf einen Test zum Ausschluss von Herzinsuffizienz.

Stethoskopcheck für alle ab 40

Der Verein „Meine Herzklappe“unterstützt den ESC-Vorschlag ausdrücklich, sieht aber eine entscheidende Ergänzung vor: der Stethoskopcheck, a.g. das Abhören der Herzklappen mit dem Stethoskop, sollte bereits ab 40 Jahren fixer Bestandteil jeder Vorsorgeuntersuchung sein. „Herzklappenerkrankungen beginnen oft schleichend und werden viel zu spät erkannt“, sagt Prof. Christian Hengstenberg, Präsident des Vereins „Meine Herzklappe“und Leiter der Kardiologie am Universitätsklinikum AKH Wien. „Ein Stethoskopcheck geht schnell, kostet wenig und kann Leben retten“, so Hengstenberg.

<< Ein Stethoskopcheck geht schnell, kostet wenig und kann Leben retten.>>
Prof. Dr. C. Hengstenberg, Wien

„Ein Herzgeräusch ist oft das erste und einzige Warnsignal“, ergänzt Prof. Daniel Zimpfer, Leiter der Herzchirurgie am Universitätsklinikum AKH Wien und Vizepräsident des Vereins. „Wird es frühzeitig entdeckt, zeigt der Herzultraschall, ob eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt. Je früher wir Klappenfehler erkennen, desto besser können wir eingreifen und schwerwiegende Folgen verhindern“, so der Vizepräsident.

<< Ein Herzgeräusch ist oft das erste und einzige Warnsignal.>>
Prof. Dr. D. Zimpfer, Wien

Österreich hat eine Basis – jetzt geht es um die Umsetzung

Österreich hat mit der kostenlosen Gesundenuntersuchung der ÖGK bereits eine ideale Grundlage, um die EU-Ziele und den ESC-Vorschlag umzusetzen. Allerdings nutzen derzeit nur 20–25% der Berechtigten das Angebot. Der Verein „Meine Herzklappe“ fordert daher:

  1. Umsetzung des altersgestaffelten ESC-Modells in der österreichischen Gesundenuntersuchung

  2. Verbindliche Aufnahme des Stethoskopchecks bereits ab 40 Jahren

  3. niederschwelligen Zugang zur Echokardiografie bei Auffälligkeiten

  4. Einladung zur Vorsorgeuntersuchung nach dem Vorbild der Krebsvorsorge

  5. staatliche Bewusstseinskampagnen

Appell zum Weltgesundheitstag

Nutzen Sie die kostenlose Gesundenuntersuchung der ÖGK. Lassen Sie Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin und Nierenwerte checken und bestehen Sie auf dem Stethoskopcheck! Es ist eines der ältesten und wirksamsten Werkzeuge der Kardiologie.

Presseinformation zum Weltgesundheitstag am 7. April 2026 der MedUni Wien

Back to top